Sonntag, 4. April 2010

4.April - Aso

Heute haben wir nun unseren Ausflug zum Aso -Vulkan gemacht. Dieser Vulkan gehört zu den sehr aktiven Vulkanen der Welt, seine Caldera gilt als eine der grössten der Welt und bildet eine weite saftiggrüne Ebene.


Es war ein schöner, sonniger Tag. Wir sind mit Bahn in die Berge gefahren, zunächst durch die schon bekannten Bambus - Zypressenwälder, unterbrochen von landwirtschaftlichen Flächen, auf denen der Reis schon ziemlich hoch war. Am Rand des Kratergebietes wurde die Strecke eingleisig, dafür machte die Bahn ein aufwändiges Manöver und fuhr zunächst ein Stück bergauf, dann ein Stückchen rückwärts, um dann wieder vorwärts, aber auf neuer Strecke weiterzufahren. Der Bahnführer lief bei jedem Richtungswechsel mit der Kurbel in der Hand ans andere Ende des Zuges.
Weiter ging es mit einem Bus, dekoriert mit hübschen Vorhängen bis zur Talstation eine Seilbahn. Das erste Stück Weg ging es noch durch Zypressenwälder, dann aber fuhren wir steil bergauf nur noch durch Grasland, das zu dieser Jahreszeit noch sehr öde aussah und von Brandflächen durchzogen war (ich nehme an, die rührten davon, dass das alte Gras im Frührjahr abgebrannt wird) und kamen schließlich an der Talstation der Gondel an. Von da an hörten die Warnungen vor den gefährlichen Gasen nicht mehr auf, allerdings war heute ein ganz ungefährlicher Tag - beeindruckend war der Vulkan aber dennoch. Kurz nach diesem Foto kam eine dichte Gaswolke hervor, sodass der grüne See längere Zeit nicht mehr zu sehen war.





Der Gegend entsprechend wurde Schwefel in Blöcken und pulverisiert angeboten, aber auch "Pferdeöl", was auch immer das sein mag.


Wir haben einen ausgedehnten Spaziergang in dem Gebiet gemacht, zunächst am Rand des Kraters entlang.

Dann ging es weiter über ein großes Feld schwarzer Lavaasche, in dem dieser große pechschwarze Brocken lag wie ein glänzendes schwarzes Riesenbonbon.

Am Rand eines Abhangs dann dieser rosa Felsbrocken, gerade so, als würde er jeden Moment herabstürzen.



Auf dieser Strecke war außer uns fast niemand unterwegs, es war ganz still, nur Lerchengesang war zu hören, ausgerechnet dort, wo fast nichts wuchs. Am liebsten wären wir noch ganz lange dort oben geblieben, dummerweise aber hatten wir ausgerechnet diesmal keinen Proviant dabei, außerdem wollten wir auch noch in das Vulkanmuseum eine Busstation unterhalb der Talstation der Gondel - ein Vorhaben, das sich sehr gelohnt hat.


Mit dieser Bahn, die so gar nichts vom Shinkansen hat, sind wir schließlich wieder zurück gefahren. Aber morgen geht es mit Express und Shinkansen zurück nach Tokyo.

Samstag, 3. April 2010

Japanisch Essen

Es ist endlich mal an der Zeit, ueber das japanische Essen zu berichten: Verhungern kann man in Japan nicht. Ueberall gibt es Restaurants, Schnellimbisse, Staende, an denen man zu Essen angeboten bekommt. Fast immer ist das Essen auch ein Augenschmaus, huebsch verpackt, bunt, oder sehr ansprechend angerichtet.

Vor Lokalen oder im Schaufenster sind die Speisen oft mit Foto abgebildet oder aus Kunststoff dargestellt.

Miso-Suppe gehoert eigentlich immer dazu, die gibt es auch schon zum Fruehstueck, manchmal ist sie sehr kraeftig, manchmal eher leicht. Mal ist sie auf Basis einer Huehnerbruehe, aber sie darf auch mal nach Fisch schmecken. Auch die Einlagen variieren: Mungbohnensprossen, Seetang, Tofu...

Besonders leckeres Essen haben wir in Takayama in unserem Minshuku erhalten, dort wurde uns auch jedesmal genau erklaert, was es gab. Dies ist unser Fruehstueck gewesen:

In Kyoto haben wir am letzten Tag in einem Lokal in Gionmachi geschlemmt. Ein bisschen mussten wir uns auch nach dem Preis richten, also sind wir in eine kleine Seitenstrasse gegangen und in einem Lokal gelandet, das von jungen Leuten gefuehrt wird. Die ganze Zeit lief angenehme Jazzmusik - ich fand das sehr entspannend.


Dieses wunderbare Essen gab es am zweiten Abend in Kumamoto in einem Lokal, zu dem man die Treppe hinuntersteigen musste und in dem ausser uns nur Einheimische assen. Den Koechen konnte man bei der Arbeit zusehen, die vollzog sich auf der anderen Seite des Tresens.



Eine ganz wunderbare Sache sind die Bentokaesten, die man z.B. an jedem Bahnhof bekommt. Fuer die Fahrt nach Kumamoto haben wir zwei unterschiedliche gekauft, die umgerechnet zwischen 7 und 9 Euro kosteten - wie immer ansprechend verpackt und einschliesslich Staebchen, Zahnstocher und feuchtem Tuch fuer die Haende.





































Da Kirschbluetenzeit ist, darf die entsprechende Dekoration natuerlich nicht fehlen.


Eingelegtes Gemuese, das zum Verkauf und zu Weiterverarbeitung angeboten wird:




Und dann die Suessigkeiten! Das ist ein kapitel fuer sich. Viele sind auf der Basis von Mochi gemacht, es gibt sie v.a. in den Farben rosa (mit Geschmack nach Sakura, manchmal sind auch echte Kirschblueten drin), farblos, gruen (mit Geschmack nach gruenem Tee) und schwarz (Geschmack nach schwarzem Sesam). Die Basis der Fuellung (anko) sind meistens suesse Bohnen(azuki). Ich koennte jeden Tag davon essen! Verpackt werden diese Suessigkeiten farblich passend.


Die absolute Entdeckung fuer mich war Softeis, das es in Kyoto gibt. Eigentlich sollte es ganz schwarz sein, weil es mit schwarzem Sesam und Honig gemacht wird, aber es ist eher grau - nicht gerade die appetitanregendste Farbe. Der Geschmack allerdings ist sehr, sehr ueberzeugend.


Wird fortgesetzt!

3. April - Kumamoto

Kumamoto ist keine schoene Stadt. Dennoch gefaellt es uns hier. Vielleicht liegt es auch daran, dass es hier endlich warm ist und heute den ganzen Tag die Sonne schien. Die Stadt ist voller junger Leute - kein Wunder, es ist eine Universitaetsstadt, uebrigens Partnerstadt von Heidelberg, was man auch in den Trams nachlesen kann.
Es gibt zwei Tram-Linien, mit denen man fast alles abfahren kann, was es hier zu besichtigen gibt. Sie sind nicht gerade hypermodern, einige Wagen haben noch Holzfussboden und der Motor rumpelt heftig.
Richtig quirlig ist das Zentrum von Kumamoto, das aus einigen rechtwinklig angeordneten Strassen besteht, die z. T. ueberdacht sind und in denen sich Geschaeft an Geschaeft, haeufig sehr hochpreisig und Restaurant an Restaurant reiht. V. a. abends ist hier viel los.

Da wir gestern nicht frueh genug ins Bett kamen, haben wir heute erstmal in aller Ruhe die paar Sehenswuerdigkeiten Kumamotos angeschaut. In erster Linie ist dies die teilweise rekonstruierte Burg mit gigantischen Mauern.

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In einem der Burghoefe steht auch hier ein ueber 800 Jahre alter Kampferbaum.

Hier sind auch endlich die Kirschbaeume vollerblueht, ein Schaum von hellrosa.















Ich bin anschliessend zum Suizenji Jojuen Park gefahren, einem beruehmten Landschaftsgarten. Natuerlich konnte ich es mir nicht verkneifen, reichlich Fotos davon zu machen, auch wenn viele genau diese Fotos schon mal gesehen haben duerften. In dem Park sind verschiedene Bilder von beruehmten japanischen Landschaften nachgebaut worden. Meistens sieht man diese Ansichten ohne die Skyline von Kumamoto, da der Park aber in der Stadt liegt (fast schon etwas versteckt am Ende einer kleinen Einkaufstrasse), ist sie bei einem Besuch nicht zu uebersehen.

Freitag, 2. April 2010

2. April - Kumamoto

Es geht uns gut. Wir waren etliche Tage ohne Internet, haben unsere Reiseplaene etwas geaendert (Hiroshima muessen wir auslassen) und freuen uns jetzt auf den Ausflug zum Aso-Krater. Ich werde nach und nach die Luecken im Reisebericht ausfuellen.

1. April Kyoto

Der 11. Tag, unser vierter und letzter Tag in Kyoto begann mal wieder mit Nieselregen, später regnete es wieder richtig heftig - gut dass wir unsere Gummistiefel anhatten! Erst gegen Abend klarte es auf. Glücklicherweise ist es aber an diesem Tag endlich wieder wärmer geworden.


Es war der Tag der vielen Busfahrten quer durch Kyoto - hat das Spass gemacht!

Begonnen haben wir mit dem Besuch des Kinkuji, der auch als Goldener Pavillon bekannt ist. Alle, alle Touristen wollen dort hin - zu Recht. Wir hatten großes Glück und konnten noch den Anblick des Tempel, wie er sich in dem ruhigen Wasser des Sees spiegelt, genießen, bevor es zu regnen begann.






Auf dem Tempelgelände befindet sich auch eine 500 Jahre alte Kiefer, die so geformt wurde, dass sie an ein Schiff erinnert. Hier wurden gerade Pflegemaßnahmen durchgeführt und das Bambusgestänge erneuert.




Für mich gab es an diesem Tag noch zwei Ziele, die ich unbedingt ansteuern wollte. Zunächst ging es zum Ryoanji-Tempel mit seinem berühmten Zengarten. In diesem Garten stimmt einfach alles - die Maße, der Raum, die Anordnung der Steine. Am nachhaltigsten wirkte aber der gänzlich "leere" Teil des Gartens, der nur aus weißem, gleichmäßig geharkten Kies besteht. Ich hatte das Glück, diesen Teil einen Moment ohne andere Besucher genießen zu können.

















Wohltuend weich wirkte im Gegensatz dazu der kleine Moosgarten, der mich an eine Küstenlandschaft erinnerte.

















Zum Gelände des Tempel gehört auch noch ein Landschaftsgarten mit einem See, auch dieser Garten im Zeichen der Kirschblüte.

















Weiter ging es zum Daisen-in, auch dies ein Zengarten, in dem neben vielerlei Steinen, von denen die meisten Namen tragen, auch einig wenige Gehölze stehen. Dort durfte man nicht fotografieren. Also habe ich auch dort eine aufgebundene Kiefer fotografiert und einen Teil einer Mauer.

































Der Abend stand voll und ganz im Zeichen der Kirschblüte. Zu dieser Zeit wird der Kiyomizu - Tempel abends beleuchtet und für das Publikum geöffnet. Wir waren lange dort und haben uns genauso wie die Japaner an den Kirschblüten gefreut.





31. Maerz - Kyoto

Eigentlich war dieser Tag für den Besuch der Burg Himeiji vorgesehen, aber wegen meiner verlorenen und wiedergefunden Kamera haben wir einen halben Tag verloren. Kurz entschlossen haben wir uns stattdessen das Schloss Nijo-jo angesehen.
Es ist von Wassergräben umgeben, in denen - wie kann es auch anders sein - dicke fette Kois schwimmen und von starken Mauern.



Man betritt das Schloss durch ein Tor, das mit reichen Schnitzereien verziert ist, die Tiere und Pflanzen darstellen. Dieses Tor allein und das zweite, das den Eingang zum Palast bildet sind schon einen Besuch wert.
















Der Palast selbst besteht aus fünf Gebäuden, die durch Gänge miteinander verbunden sind. Schade, dass sie alle mit Reispapier gegen das Außenlicht abgeschirmt sind, man hätte sonst immer neue Ausblicke auf den Garten genießen können.




Diese Gänge haben eine Besonderheit: Der Holzfussboden gibt bei jedem Schritt Geräusche vn sich. Dadurch konnte sich niemand unbemerkt den Räumen des Schoguns nähern. Wegen dieser Geräusche nennt man diesen Boden "Nachtigallenparkett".
Die Innenräume des Schlosses sind mit prächtigen Gemälden - Landschaften und Tiere auf goldenem Hintergrund - geschmückt, die den Eindruch eines Ausblicks auf golddurchflutete Landschaften vermitteln.

Zum Schluss mal wieder ein blühender Kirschbaum.